Das Wichtigste in Kürze

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  • 79874 Breitnau, an einem tollen Hof an dem es noch ein paar Pommes gibt
  • Zweimal links und einmal rechts, dann drum rum und vorne durch...

5 Schritte zum sicheren Garten für dein Kind

Nach dem Robben geht’s jetzt schon mit dem Krabbeln los. Die Schränke werden inspiziert und Regale in Greifreichweite ausgeräumt. Schnell ist das Wohnzimmer zu klein um den Forschungsdrang des Kleinen zu befriedigen. Die Treppen sind noch von Holzgittern versperrt also brauchen wir eine natürliche Erweiterung des Erdgeschosses. Was läge da näher als der Garten.

Garten? Ist das nicht gefährlich?

Genauso euphorisch wie der kleine Mann die neue Umgebung wahrnimmt und unsicher macht, genauso ängstlich werden wir als Eltern, wenn das erste mal das Blumenbeet angesteuert wird oder der kleine Absatz von Terrasse zu Wiesenfläche. Was da mit unserem Kleinkind alles passieren kann. Gehirnerschütterung, Vergiftung oder Wunden. Der Adrenalinspiegel steigt und bleibt auf einem Niveau also ob man sich die Spannendsten Szenen eines Horrorfilms am Stück anschaut. Seid versichert: Ihr seid nicht allein. Aber was sollen wir tun?

5 Schritte um deinen Garten kindersicher zu machen

Vorab: Eine absolute Sicherheit gibt es aus meiner Sicht wie so oft nicht. Und ich bin auch der Meinung, dass ein Kind lernen muss gefährliche Situationen einzuschätzen. Das können sie nicht, wenn man alle potentiellen Gefahren von ihnen fern hält.

Aber wenn man ein bisschen strukturiert an die Sache ran geht, dann kann man doch seinen eigenen Adrenalinspiegel etwas senken.

1. Identifizieren

Begebt euch in die Situation eures Kindes. Kann es krabbeln, macht euch die Mühe und krabbelt selber durch den Garten. So erhaltet ihr den besseren Eindruck davon, was in Reichweite liegt. Macht euch die potentiellen Gefahren bewusst.

Die offensichtlichsten Gefahren sind stürzen, stoßen, ersticken und ertrinken (falls ihr einen Teich habt). Also überlegt euch, welche Stellen euer Kind erreichen kann, an denen solche Gefahren lauern. Bitte bedenkt auch, kleine Kinder können auch in wenige cm tiefen Pfützen ertrinken. Also achtet auch auf Wasseransammlungen z.B. in Schalen, die im Garten stehen.

Eine oftmals unterschätze Gefahr sind Vergiftungen. Man glaubt es kaum, aber in vielen Gärten findet man giftige Pflanzen. Meist weiß man davon überhaupt nichts. In der Regel ist das nicht schlimm, da man als Erwachsener solche Zierpflanzen nicht zu einem Salat verarbeitet. Aber Kinder, vor allem kleinere, Entdecken mit dem Mund. Daher sollte man wissen, was man so im Garten hat. Wir haben zum Beispiel eine Glycine (Blauregen). Sieht schön aus, ist aber leider für Kleinkinder äußerst giftig.

Hier kann ich die Nachfrage bei einem Garten und Landschaftsbauer empfehlen. Für einen schnellen Überblick auch das Buch von

2. Aufräumen

Ihr habt jetzt eine Liste der potentiellen Gefahren in eurem Garten? Super. Dann geht es jetzt erstmal ans aufräumen. Alles was ihr als gefährlich eingestuft habt und nicht unbedingt in dem Teil des Gartens benötigt wird, den ihr für euer Kind freigeben wollt, solltet ihr entfernen. Blumentöpfe die Umfallen könnten, wenn man dran zieht. Vogeltränken oder Blumentopfuntersetzer in denen sich Wasser sammeln kann sollten weg. Alles an Arbeitsgerät wie Schrubber, Rechen oder dergleichen könnten Verletzungen durch Umfallen oder durch einen Sturz der kleinen verursachen. Dinge die herunterfallen könnten, wenn man an einem Kabel zieht oder einem Tisch wackelt sollten ebenfalls entfernt werden. Genauso sollten z.B. Dünger und andere gefährliche Stoffe nichts in diesem Teil des Gartens zu suchen haben.

Mir ist klar, das es Dinge gibt die man nicht entfernen kann oder möchte. Das ist ok. Wichtig ist, dass ihr die potentielle Gefahr an dieser Stelle erkannt habt. Aber unachtsam herumstehende Sachen sollten nach eurer Säuberungsaktion der Vergangenheit angehören.

3. Absichern

Alles was nicht entfernt werden kann (Teiche, Treppenabgänge, Stufen) sollten je nach Gefährlichkeit abgesichert werden. Man sollte sich jede identifizierte Stelle ganz bewusst anschauen. Eine Klassifizierung in Stufen z.B. von 1 -10 kann hier helfen, die richtigen Maßnahmen einzuleiten.

Wir haben zum Beispiel einen ca. 10 cm hohen Absatz zwischen Holzterrasse und Wiesenbereich im Garten. Unsere Wiese ist recht „fluffig“ und ich habe einen Sturz von der Terrasse als eher unkritisch eingestuft.

An einer anderen Seite der Terrasse haben wir einen größeren Abstand zur nächsten Ebene. Es gibt drei Stufen, links und rechts gibt es aber einen höheren Absatz. Da nie nächste Ebene kein weiches Gras sondern ein Natursteinweg ist, habe ich die Verletzungsgefahr an dieser Stelle deutlich höher eingestuft. Hier sehe ich entsprechend Bedarf eine Absicherung einzubauen.

Im Wesentlichen wird es darum gehen euer Baby oder Kleinkind davon abzuhalten an die kritischen Stellen zu gelangen. Dafür gibt es wie immer kein Patentrezept, da dies auch immer vom Garten und den individuellen Gegebenheiten abhängt. Eine Einschränkung erreicht man aber in den allermeisten Fällen durch eine Abtrennung mit Hilfe von Gittern, Zäunen oder ähnlichen Materialien. Hier ein paar Beispiele:

Laufställe kennt man oft aus dem Haus. Dort kann man das Kind guten Gewissens auch mal ein paar Minuten alleine lassen. Allerdings beschränkt man die Kleinen auf einen äußerst begrenzten Raum. Eigentlich wollen wir ja gerade das nicht.

Ein Hundeabsperrgitter kann sich auch bei kleinen Kindern als ein sehr nützliches Utensil erweisen. Man kann sie oft individuell anbringen und sie machen genau das, was wir hier erreichen wollen, nämlich gefährliche Gartenbereiche abtrennen.

Wer es noch flexibler braucht, weil er z.B. um Ecken bauen oder etwas umzäunen muss der kann das mit einem Kaminschutzgitter bewerkstelligen. Diese gibt es in verschiedenen Längen und sie sind sehr individuell einsetzbar. So kann man daraus für drinnen einen Laufstall oder einen Sicherheitsabstand um den Kamin bauen. Draußen kann man kleine Teiche oder giftige Pflanzen für die Zeit des Aufenthalts absichern.

4. Reize setzen

Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass für unsere Kleinen immer das am interessantesten ist, was wir vom Kind fern halten wollen. Das läßt sich nie vermeiden, aber man kann Ablenkungsmanöver einleiten. Wir nehmen immer ein oder zwei Spielsachen mit nach draussen, von denen wir wissen, dass sie gerade „angesagt“ sind. Damit gelingt es uns in der Regel von einer anderen Stelle abzulenken. So lässt sich die Gefahr ohne Schimpfen und Wutanfall abwenden.

Das gezielte setzen von Reizen (Spielecke, Windspiel in einer sicheren Gartenecke etc.) kann gefährliche Stellen unattraktiv machen. Es lässt sich sicher nicht vermeiden, dass auch mal die unattraktive Stelle angesteuert wird, aber hier sollte man besonnen und ruhig intervenieren und versuchen eine andere Stelle schmackhafter zu machen. Sonst läuft man Gefahr, dass die ungewünschte Stelle dadurch an Reiz gewinnt.

5. Entspannte Aufmerksamkeit

Machen wir uns nichts vor. So etwas wie absolute Sicherheit gibt es nicht. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen solltet ihr euer Kind nie alleine im Garten lassen. Es gibt immer Situationen in denen man intervenieren muß. Kinder sind äußerst kreativ und finden manchmal Wege an unseren Sicherheitseinrichtungen vorbei, auf die wir im Traum nicht gekommen wären. Vielleicht auch, weil wir es den Kids (noch) nicht zugetraut hätten. Aber ihr seid sicher ein gutes Stück entspannter, wenn ihr mit den Kleinen im Garten seid.

Der sicherste und für alle beteiligten schönste Modus ist aber wahrscheinlich einfach zusammen im Garten Spaß zu haben. Zusammen im Gras sitzen und das Kitzeln der Wiese spüren. Im Dreck wühlen und Sachen entdecken. Ach und natürlich ganz viel Lachen.

Kinder im Garten. Gefährlich?
Wenn Kinder im Garten unterwegs sind, wollen sie spielen, helfen oder machen, was die Mama/der Papa macht.

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